Tagestipps im Radio

Tagestipps

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Ich dank dir für die Zyt Von Rosie Füglein und This Wachter Mit: Ueli Jäggi und Peter Fischli Realisation und Sounddesign: Simon Meyer Produktion: SRF 2020 Länge: 54"02 Wer entscheidet über mich, wenn ich todkrank bin? In den 1980ern löste der Jurist Peter Noll, Freund von Max Frisch, eine Debatte darüber in der Schweiz aus. Die Autorin führt sie fort - bis in ihre eigene Gegenwart. Eine Krebsdiagnose erhalten, sich gegen die Operation entscheiden, aber dafür über die letzte Zeit im Leben für die Öffentlichkeit ein Tagebuch führen. Dazu entschloss sich der Strafrechtsprofessor Peter Noll 1982. Nolls Aufzeichnungen wirken bis heute nach. Peter Nolls Buch "Diktate über Sterben und Tod" erschien 1984 - mit einer Totenrede seines guten Freundes, des Schriftstellers Max Frisch - und wurde in Deutschland und in der Schweiz zum Bestseller. Es hat das Leben seiner Tochter Rebekka geprägt, die zwischenzeitlich selbst Krebsforscherin und später Juristin wurde. Und es bewegt Menschen, die das Buch lesen, bis heute. Einer davon ist die deutsche Autorin Rosie Füglein, selber in der Familie von Krebs heimgesucht. Zusammen mit ihrem Co-Autor, This Wachter, verwebt sie Zitate von Peter Noll und Max Frisch und hilft Rebekka Noll dabei, für den Nachlass ihres Vaters eine definitive Heimat zu finden. Rosie Füglein, geboren 1974 in Franken, Autorin, seit 2011 auch für das Radio. Für Deutschlandfunk Kultur: "Honeckers langer Schatten. Die Rolle der DDR in Namibias Unabhängigkeitskampf" (2013). Zuletzt: "Deutsches Wintermärchen Marokko" (RBB/BR/NDR/SWR 2015). This Wachter, Autor und Produzent aus Bern. Nach vielen Jahren als Nachrichtenredakteur und Wissenschaftsjournalist beim Schweizer Fernsehen und Radio leitet er jetzt ein Unternehmen für Audio-Storytelling. Ich dank dir für die Zyt

Samstag 18:05 Uhr BR-Klassik

Musiknacht

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" Musiknacht der Minderheiten Von und mit Ulrike Zöller 18.05 Zigeunerbaron und Wild-Vögelein Wie klingt das Europa der Roma - Sorben - Cimbern? 19.00 Rohingya - Uiguren - Amharen Musik am Rande der Gesellschaft in Asien und Afrika 20.00 "Jede Religion ist ein Teil der Wahrheit" Spirituelle Klänge zwischen Mesopotamien, München und Manitoba 21.00 Blinde Sängerinnen in Japan und Reggae im Rollstuhl Musik und körperliche Einschränkung 22.00 Inuit und Inka Indigene als Minderheit im eigenen Land 23.00 Hijras, Queers und Schwuhplattler Sexuelle Randgruppen und ihre Musik Der "Zigeunerprimas", die Inuitmutter, der Kastratensopran, der Klezmermusiker, oder die japanische Goze-Musikerin - sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie gehören einer Minderheit an, aus ethnischen, sexuellen, religiösen oder körperlichen Gründen. Trotzdem sind sie Teil der Musiktradition, nur wenige profitieren aber von ihrer Außenseiterstellung. Wer nicht so klingt, wie die Mehrheit, steht oft außerhalb der Gesellschaft, wirkt befremdlich oder wird gar zum Verstummen gebracht. Während in der Unterhaltungs- oder Popmusikszene Alleinstellungsmerkmale und Exzentrik für Künstlerpersönlichkeiten erwartet und gefordert werden, gehören traditionelle Sänger und Musikerinnen meist einer Gesellschaft an, für die Musik mit Religion, Jahresablauf und gesellschaftlichem Umgang verbunden ein "Lebensmittel" ist. "Das Fach Ethnomusikologie ist prädestiniert dafür, in die Gesellschaft hineinzuwirken, weil wir Musik im sozialen Zusammenhang betrachten" stellt die "Mutter" der Minderheitenforschung in der Musik, Professorin Ursula Hemetek, fest. Ob bei den Karen in Nord-Thailand oder bei den Rohingya in Myanmar, ob bei den Juden in Deutschland oder den Herrnhuttern in Nord- und Mittelamerika, ob beim Schwulenchor in China oder bei den Sorben in der Lausitz: überall findet im Positiven wie im Negativen ein gesellschaftlicher und musikalischer Austausch statt. Die Musiknacht der Minderheiten beleuchtet in Interviews, literarischen Texten, Statements und Betrachtungen die Musik ganz besonderer Menschen.

Samstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Adolf Hitler - Mein Kampf, Band 1&2 Von Rimini Protokoll Der Hetzschrift auf der Spur Komposition: Volkan Türeli Mit Sibylla Flügge, Anna Gilsbach, Alon Kraus, Matthias Hageböck, Christian Spremberg und Volkan Türeli Regie: die Autoren Produktion: WDR 2016 Wiederholung: WDR 5 So 17.04 Uhr

Samstag 19:04 Uhr HR2

Live Jazz

Michel Portal New Quintet | Radio France, Paris, September 2018 Michel Portal New Quintet I Michel Portal, cl, sax I Samuel Blaser, tb I Bojan Z, p, rhodes I Bruno Chevillon, db I Jeff Ballard, dr I Studio 104, Radio France Broadcasting House, Paris, Frankreich, September 2018

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

«Der Home-Officer» von Hermann Bohlen Wie lässt sich aus dem Home-Office heraus ermitteln? Berliner Krimikomödie über den suspendierten Streifenpolizisten Brennecke, einen Kollegen mit exotischen Ermittlungsmethoden und einen unvergesslichen Abend auf der Wackelbrücke.

Samstag 20:04 Uhr WDR3

WDR 3 Konzert

Mit Nina Heinrichs WDR Big Band & Eddie Harris: The Last Concert In diesem Projekt lässt der amerikanische Jazzmusiker Eddie Harris mit der WDR Big Band seine lange Musikerkarriere Revue passieren. Im März 1996 spielte die WDR Big Band ein denkwürdiges Konzert in Köln, das die Überschrift "Big Soul Party" trug. Eingeladen war der amerikanische Saxofonist Eddie Harris, der als einer der angesagtesten Vertreter an der Schnittstelle von Jazz, Funk und Soul galt. Dass dieser Konzertabend als historisch zu bezeichnen ist, hat einen traurigen Grund, denn Harris ist acht Monate später im Alter von 62 Jahre in Los Angeles gestorben. Das Konzert wurde aufgezeichnet und lagert seitdem nicht nur in den Archiven des WDR, sondern ist auch als CD unter dem Titel "The Last Concert" erschienen. 25 Jahre nach den Aufnahmen erinnert WDR 3 an einen einzigartigen Jazzmusiker, der seiner Nachwelt mit der Komposition "Freedom Jazz Dance" einen Standard hinterlassen hat. Viele Jazzfans erinnern sich aber in erster Linie an sein energetisches Spiel und nicht zuletzt auch an das komödiantische Talent von Eddie Harris. Eddie Harris, Tenorsaxofon; Bernard Purdie, Schlagzeug; WDR Big Band, Leitung: Gil Goldstein Aufnahme aus dem Alten Wartesaal, Köln

Samstag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Genauso bloß anders Von Antje Meichsner Regie: Anna Panknin Mit Jenny König, Antje Meichsner Dramaturgie und Redaktion: Sabine Küchler Produktion: Deutschlandfunk 2021 Ursendung Der Vorhang geht auf, Haare ab, Haare hoch, steil, ein Gebirge aus Haar, Haare wie Messer, die aus dem Kopf stechen. "Und, bist du auch Anarchist?", fragt der coole Typ mit dem Iro. Keine Ahnung, was ein Anarchist ist. Ich sage ja, gleichgültig und aufgeregt bis unter die Zehenspitzen. Ich ziehe mir die Anarchie an wie meine Lederjacke mit den Sicherheitsnadeln. Sich ein Verhalten zulegen, sich vom Verhalten frisieren lassen, sich von den Verhältnissen frisieren lassen. Eine jugendliche Punkerin spricht am Ende der DDR über ihr Leben und ihre Erfahrungen. Ihr älteres erwachsenes Ich kommentiert und reflektiert aus der Zukunft. Es geht um Kunst und Liebe, um Anarchie und Frisur, um das Rumhängen mit Freunden, um das Baden in der Kiesgrube und darum, dass sie nicht Frau sein will, sondern Punk, aber immer wieder Frau sein muss. Genauso bloß anders

Samstag 20:05 Uhr Bayern 2

radioSpitzen

Kabarett und Comedy Lauter starke Frauen (4) Kabarett, Gespräche und Musik - mit Martina Schwarzmann, den Wellküren, Claudia Pichler und Claudia "Schnipsi" Schlenger Gastgeberin: Franziska Wanninger Aufnahme vom 4. März 2021 im Studio 2 des Münchner Funkhauses "Angespitzt" - Gedanken zur Woche von Helmut Schleich Wiederholung vom Freitag, 14.05 Uhr

Samstag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Sounds in concert: Botticelli Baby (D)

Zwischen den Stühlen kann"s auch ganz schön sein. Das jedenfalls haben Botticelli Baby beschlossen. Stilistisch ist das Siebengestirn nicht zu fassen: von Jazz bis Punk kommt Vieles in den Mixer. "Saft" heißt das neue Album. Die Essener traten im Bremer Club100/ Pier 2 auf.

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

World Express - Der multi-ethnische Drive des Joe Zawinul Von Robert Summerfield Der Keyboarder und Bandleader Joe Zawinul (1932 - 2007) verkörperte das Bahnbrechende und Grenzüberschreitende im Jazz. Seine Karriere umfasste fünf Jahrzehnte. In den Bands Weather Report und Syndicate entwickelte er eine besondere Schaffenspraxis - wortwörtliche eine Fusion, die von dem Imperativ befeuert wurde, Weltoffenheit als Ausgangspunkt und Bereicherung anzusehen. So holte Joe Zawinul als Bandleader eine Reihe von Musikern aus Afrika und Südamerika in seine Formationen. Er förderte Musiker wie Richard Bona und Karim Ziad, die später selbst Prominenz erlangten.

Samstag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Ulf Drechsel Super Royal Am Anfang war es ""nur"" Hausmusik. Der Saxofonist Daniel Erdmann und der Bassist Johannes Fink luden sich gegenseitig zu selbst gekochtem Essen ein. Als Dessert spielten sie im Wohnzimmer Barockmusik. Den Originalen verpflichtet, aber nicht sklavisch am Notentext klebend. Das Vergnügen an dieser Art des Umgangs mit der musikalischen Vergangenheit ließ sie auf die Suche nach einem Schlagzeuger gehen, der nicht nur dieses Vergnügen teilt, sondern auch eine eigene Sicht auf die europäische Klassik einbringt. So fanden sie in Eric Schaefer einen kongenialen Partner. Bei den Jazz Units spielte das Trio Super Royal erstmals vor Publikum. Konzertaufnahme vom 27. November 2015, Berlin, Grüner Salon bis 00:00 Uhr

Samstag 23:00 Uhr HR2

The Artist"s Corner | Cantos des antes

Die elektroakustische Musik von Beatriz Ferreyra (* 1937) Die argentinische Komponistin Beatriz Ferreyra folgt seit den 1960er Jahren dem Pierre-Schaeffer-Postulat, das Geräusch als gestaltungswürdiges Objekt in der Musik einzusetzen.

Samstag 23:05 Uhr Deutschlandfunk

Lange Nacht

Zu zweit allein Eine Lange Nacht über Lotte Lenya und Kurt Weill Von Beate Bartlewski Regie: Claudia Mützelfeldt (Wdh. v. 10./11.8.2013) Als Lotte Lenya (1898-1981) und Kurt Weill (1900-1950) sich 1924 begegneten und sich sofort ineinander verliebten, war das der Beginn einer turbulenten Beziehung eines denkbar ungleichen Paares. Er, der hochgebildete, aufstrebende Komponist aus einer jüdisch-deutschen Kantorenfamilie, angetreten die Oper zu erneuern, und sie, die Tänzerin und Schauspielerin, in Wien in ärmlichsten Verhältnissen mit einem prügelnden Vater aufgewachsen. Weill war von ihrer Stimme fasziniert und schrieb ihr Rollen auf den Leib. Das war ihr nicht genug. "Aber Liebling, Du kommst doch direkt nach meiner Musik", entgegnete er ihr ahnungslos. Für ihn eine Liebeserklärung, für sie zu wenig, um die in ihrer Kindheit erlittenen Defizite auszugleichen. Sie stürzte sich in zahlreiche Affären. Aber trotz wiederholter Trennungen auf ihren Stationen von Berlin über Frankreich nach Amerika riss das Band zwischen beiden nie ab, denn sie brauchten einander elementar. Sie war für ihn Lebenselixier und er für sie der liebende Vater, den sie nie hatte. Als Weill auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit nur 50 Jahren starb, war Lenya am Boden zerstört. Einzig der Gedanke für seine Musik zu kämpfen, hielt sie am Leben. So kam es zur Weill-Renaissance in Europa, und Amerika lernte erst durch sie den europäischen Weill kennen. Paradoxerweise machte die Musik ihres Mannes, die für sie zu seinen Lebzeiten eine unüberwindliche Konkurrenz darstellte, Lotte Lenya nach seinem Tod zur eigenständigen Künstlerin.

Sonntag 00:03 Uhr Bayern 2

radioJazznacht

Hörenswerte Sidemen (44) Zum 20. Todestag von Billy Mitchell Manuskript und Zusammenstellung: Marcus A. Woelfle Hörenswerte Sidemen (44): Zum 20. Todestag von Billy Mitchell Dizzy Gillespie übertrug ihm zeitweilig die Leitung der Band. Count Basie beschäftigte ihn jahrelang und wiederholt. Am 18. April jährt sich der Todestag des zupackenden Tenor-Saxophonisten zum 20. Mal.

Sonntag 00:05 Uhr Ö1

Die Ö1 Jazznacht

Gerald Preinfalk über Jimmy Giuffre. Das Jimmy Giuffre Trio 1961 in Graz; 01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten Am 26. April 1921 wird in Dallas, Texas, mit dem Klarinettisten und Saxofonisten James Peter Giuffre ein spannender Individualist des Avantgarde-Jazz geboren. Nach Karriereanfängen als Arrangeur und Komponist für große Formationen ("Four Brothers" aus seiner Feder wird ein Hit des Woody Herman Orchestra) wendet er sich bald kammermusikalischen Formationen zu, das schlagzeuglose Trio wird das Format seiner Wahl. Zu Beginn mit Gitarrist Jim Hall und Bassist Ralph Peña noch eher dem Cool Jazz zuzuordnen, stellt Jimmy Giuffre auf einer berühmt-berüchtigten Europatournee 1961 eine Band vor, die die Jazzwelt verändert zurücklassen wird: Das Jimmy Giuffre Trio, das sich einer bahnbrechend sensiblen, "leisen" Art der freien Improvisation widmet - mit dem auf die Klarinette konzentrierten Giuffre, Paul Bley am Klavier und dem erst 20-jährigen Steve Swallow am Bass. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums dieses Ereignisses und des 100. Geburtstags Giuffres am 26. April widmet sich die Jazznacht dem Schaffen dieses Neudenkers. Saxofonist Gerald Preinfalk, der mit dem Projekt Giuffre Zone der Musik des Trios von 1961 huldigt, ist als Experte zu Gast im Studio. Außerdem steht das Konzert des Trios Giuffre/Bley/Swallow auf dem Programm, das am 17. Oktober 1961 im Grazer Kammersaal vom ORF aufgezeichnet wurde. Gestaltung: Xavier Plus

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